MDAX Coverbild Skyline Frankfurt

MDAX – Der Mid-Cap Aktienindex in Deutschland

Der MDAX ist der Aktienindex für mittelgroße Unternehmen in Deutschland. Er wurde 1996 als Performance-Index eingeführt und wird täglich von der Deutschen Börse berechnet. Aktuell sind die 50 nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen, nach den 40 DAX-Unternehmen im MDAX enthalten.

Du möchtest mehr zu Aktienindizes erfahren? Hier geht es zu unserem Leitfaden: Was ist ein Aktienindex?

Geschichte des MDAX

Der MDAX wurde am 19. Januar 1996 eingeführt. Er enthielt zunächst die 50 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung, die nicht im DAX-Index enthalten waren. Der Basiswert wurde auf 1000 Punkte festgelegt.

Im Jahr 2003 wurde eine neue Berechnungsmethode mit Gewichtung nach Marktkapitalisierung und Streubesitz eingeführt. Dies führte zu wesentlichen Änderungen in der Zusammensetzung des Indexes. In diesem Zuge wurde der MDAX von 70 auf 50 Unternehmen verkleinert.

Im September 2018 wurde der MDAX auf 60 Unternehmen erweitert, um einige Firmen aufzunehmen, die bisher ausschließlich im TecDAX gelistet waren. Im September 2021 wurde der MDAX dann wieder auf 50 Werte reduziert, da der DAX auf 40 Werte erweitert wurde und somit 10 Unternehmen aus dem MDAX in den DAX aufstiegen. Von den 70 Gründungsmitgliedern ist mit Rheinmetall nur ein einziges Mitglied von der Gründung bis heute dauerhaft im MDAX vertreten.

Indexentwicklung des MDAX

Wie bei DAX und SDAX wurde der Indexstand des MDAX am 30. Dezember 1987 auf 1.000 Punkte festgelegt. Am 29. Januar 1988 fiel der MDAX auf einen rechnerischen Tiefstand von 914,47 Punkten. Bis 1990 stiegen die Index-Notierungen jedoch sehr schnell wieder auf über 2.700 Punkte an.

Am 19. Januar 1996, dem Tag der Geburt des MDAX, eröffnete der MDAX bei 2.648,44 Punkten und legte im Laufe des Tages zu. Am 2. November 2000 erreichte der MDAX erstmals einen neuen Höchststand von über 5.000 Punkten. Kurz danach trafen den Index die Folgen der geplatzten Dotcom-Blase. Bis zum 12. März 2003 sank der MDAX auf 2646,89 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit 1996, sodass der Kursrückgang gegenüber dem Höchststand im Jahr 2000 insgesamt fast 50 Prozent betrug.

In der Folge setzte der MDAX zu einer lang anhaltenden Aufwärtsbewegung an. Am 28. Juni 2004 übertraf er seine bisherigen Höchststände aus dem Jahr 2000. Am 13. Februar 2007 erreichte der MDAX ein Schlusskursbasis-Hoch von 10.000 Punkten und am 9. Juli 2007 schloss der Index bei 11377,94 Punkten – ein Anstieg von mehr als 330 % gegenüber dem Jahr 2000.

Der MDAX ist während der internationalen Finanzkrise in einem noch nie dagewesenen Ausmaß eingebrochen. Im Vergleich zum Sommer 2007 fiel er um mehr als 63 %. Danach stieg er wieder um eine beträchtliche Summe an. Am 21. Dezember 2010 erreichte der MDAX erneut die 10.000-Punkte-Marke, fiel dann aber im Zuge der Eurokrise und schloss am 4. Oktober 2011 bei 7.783,14 Punkten. In nur drei Monaten bedeutete dies ein Minus von 30,4 Prozent.

Die Ankündigung einer lockeren Geldpolitik und neuer Anleihekaufprogramme durch die Europäische Zentralbank (EZB) bzw. die US-Notenbank begünstigten in der Folge den Anstieg des MDAX, der bis Ende 2017 ohne nennenswerte Unterbrechung anhielt. Der MDAX war der erste der großen deutschen Aktienindizes, der wieder auf sein altes Niveau zurückkehrte. Seitdem hat der MDAX fast kontinuierlich neue historische Höchststände erreicht. Der MDAX notiert inzwischen mehr als doppelt so hoch wie der DAX, obwohl beide Indizes auf den gleichen Indexstartwert vom 30. Dezember 1987 normiert sind.

Berechnung des MDAX

Der MDAX ist ein Preisindex. Das bedeutet, dass er nur Kursveränderungen widerspiegelt, nicht aber den Umfang des Handels. Die Marktkapitalisierung der Aktien der einzelnen Unternehmen wird zur Gewichtung ihres Beitrags zum Index am Ende eines jeden Handelstages herangezogen. Während der Handelszeiten (zwischen 9.00 und 15.00 Uhr MESZ) wird der MDAX als gewichteter Durchschnitt der Aktienkurse berechnet. Der Referenzwert für die Berechnung wird jeden Morgen zu Beginn des XETRA-Handels (um 9:00 Uhr MEZ) festgelegt.

Die Gewichtung des Index basiert auf dem Konzept der Streubesitz-Marktkapitalisierung. Es werden nur die Aktien berücksichtigt, die an der Börse frei gehandelt werden können und keinen Beschränkungen (z.B. durch eine Sperrminorität) unterliegen. Somit fließt nur der Wert der frei handelbaren Aktien in die Gewichtung ein. Alle Aktien im Besitz von Großaktionären mit einem Anteil von mehr als fünf Prozent werden ebenfalls nicht berücksichtigt.

Der MDAX ist in seiner meistzitierten Form ein Total Return Index. Von Unternehmen gezahlte Dividenden werden zum Zeitpunkt der Zahlung in das Unternehmen reinvestiert und daher als zweite Aktienkurskomponente verbucht. Außerdem gibt es den MDAX Performance Index, der nur die Kursentwicklung, nicht aber die Wiederanlage von Dividenden berücksichtigt. Die Öffentlichkeit interessiert sich mehr für den MDAX-Total-Return-Index als für den Performance-Index.

Wichtige Fakten zum MDAX

Mitglieder des MDAX

Der MDAX umfasst aktuell 50 Mitglieder. Die folgenden Unternehmen sind derzeit Mitglied im MDAX:

  • Aixtron
  • Aroundtown
  • Aurubis
  • Bechtle
  • Befesa
  • Beiersdorf
  • Cancom
  • Carl Zeiss Meditec
  • Commerzbank
  • CTS Eventim
  • Deutsche Lufthansa
  • Deutsche Wohnen
  • Dürr
  • Evonik Industries
  • Evotec
  • Fraport
  • Freenet
  • Fuchs Petrolub
  • GEA Group
  • Gerresheimer
  • Grand City Properties
  • Hugo Boss
  • Hypoport
  • Jungheinrich
  • K+S
  • Kion Gruppe
  • Knorr-Bremse
  • Lanxess
  • LEG Immobilien
  • Nemetschek
  • ProSiebenSat.1 Media
  • Rational
  • Rheinmetall
  • RTL Group
  • Scout24
  • Siemens Energy
  • Siltronic
  • Sixt
  • Software
  • Ströer
  • TAG Immobilien
  • Talanx
  • TeamViewer
  • Telefónica Deutschland Holding
  • Thyssenkrupp
  • Uniper
  • United Internet
  • Vantage Towers
  • Varta
  • Wacker Chemie

Der MDAX wird vierteljährlich überprüft, wobei die Überprüfung Ende März, Juni, September und Dezember stattfindet. Andere Unternehmen treten an die Stelle derjenigen, die in Bezug auf Marktkapitalisierung oder Streubesitz aus den Top 50 herausgefallen sind. Dies kann dazu führen, dass sich die Zusammensetzung des MDAX im Laufe der Zeit verändert.

Handelsplatz des MDAX

Der MDAX hat seinen Haupthandelsplatz in Frankfurt, Deutschland. Der Index wird von der Deutschen Börse AG im Sekundentakt veröffentlicht und in Echtzeit berechnet. Darüber hinaus kann der Index elektronisch über XETRA gehandelt werden.

Herausgeber des MDAX

Der MDAX ist ein deutscher Aktienindex, der von der Deutschen Börse AG geschaffen und verwaltet wird. Die Deutsche Börsen AG ist eines der Mitglieder des DAX, des wichtigsten deutschen Aktienindex.

Die DAX-Familie

Neben dem MDAX sind die wichtigsten Mitglieder der DAX-Familie folgende Indizes:

DAX

Der DAX ist der bedeutendste deutsche Börsenindex, der die 40 größten Unternehmen Deutschlands umfasst.

TecDAX

Der TecDAX ist ein Börsenindex, der die Entwicklung der 30 größten Technologieunternehmen in Deutschland abbildet.

SDAX

Der SDAX ist ein Aktienindex in Deutschland, der Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung umfasst. Aktuell hat er 70 Mitglieder.

CDAX

Am 17. September 1993 schuf die Deutsche Börse den CDAX (Composite DAX) als Ergänzungsindex zum bekannten DAX. Der CDAX umfasst alle an der Frankfurter Wertpapierbörse im General Standard und Prime Standard notierten deutschen Aktien, während der DAX nur 40 Blue Chips enthält.

HDAX

Der HDAX besteht aus den Aktien aller Unternehmen aus den deutschen Auswahlindizes DAX, MDAX und TecDAX. Er ist damit stärker diversifiziert als der deutsche Leitindex DAX. Die Gesamtzahl der im HDAX vertretenen Aktien kann sich durch die Aufnahme von Aktien aus dem TecDAX, die bereits im DAX oder MDAX vertreten sind, verändern.

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