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Was sind eigentlich Aktien?

Egal für welche Art der Geldanlage man sich entscheidet, das wichtigste ist, dass man versteht, worin das Geld investiert ist.
Nur wenn man versteht worein man investiert, kann man sich eine eigene Meinung darüber bilden, ob das Investment sich lohnen kann oder nicht. In Bezug auf die Investitionen in Aktien bedeutet dies, dass man nicht nur das Unternehmen hinter der Aktie verstehen muss, sondern auch was man eigentlich kauft, wenn man eine Aktie an der Börse ersteht. Deshalb möchte ich im folgenden Beitrag einmal erklären, was eine Aktie eigentlich genau ist.

Historie der Aktie

Die Menschen hatten schon früh die Idee gemeinschaftlich Unternehmungen zu finanzieren. So konnten bereits im alten Rom Finanzgesellschaften die Erträge aus Bergwerken oder Zöllen für mehrere Jahre pachten. Nach dem Auslaufen des Pachtvertrags lösten sich diese Zweckgemeinschaften jedoch wieder auf und können daher nicht mit heutigen Aktiengesellschaften verglichen werden.

Im 16. Jahrhundert begannen die europäischen Kaufleute die Weltmeere zu erobern und verdienten viel Geld mit dem Handel von Gütern aus Asien und Afrika. Da der Handel auf den Weltmeeren jedoch mit hohem Risiko verbunden war, gründeten 1602 niederländische Reeder die erste Aktiengesellschaft der Welt. Ihr Name war „Vereinigten Ost-Indischen Compagnie“, kurz „VOC“.

Ziel war es die Risiken auf alle Anteilseigner zu verteilen. Selbst wenn ein Schiff der Flotte sank, verschwand oder von Piraten gekapert wurde, konnte der Schaden durch den Gewinn der restlichen Flotte aufgefangen werden. Bei einem einzelnen Kaufmann, mit nur einem Schiff, bedeutete der Verlust dieses Schiffes zugleich den finanziellen Ruin. Anteilseigner der VOC konnte man werden, indem man Anteilscheine erwarb. Diese Anteilsscheine konnten frei gehandelt werden. Auch Dividenden wurden bereits bezahlt, jedoch noch nicht in Form von Geld, sondern in Form von Handelsgütern der VOC. Dies waren vor allem Gewürze, wie beispielsweise Pfeffer.
Vor allem in den Seefahrernationen Großbritannien und Niederlanden entstanden in den folgenden Jahren immer mehr Aktiengesellschaften. Deutschland zog erst im Jahr 1682 mit der Gründung der „Handelscompagnie auf den Küsten von Guinea“ durch Kurfürst Friedrich Wilhelm nach.

Bis ins 19. Jahrhundert bedurfte die Gründung einer Aktiengesellschaft in Preußen immer einer Genehmigung durch den König. Dies änderte sich erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach und nach wurden ab 1850 Gesetze für den Aktienhandel festgelegt. Auf Basis der sicheren gesetzlichen Grundlage kam es daraufhin zwischen 1870 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu einem enormen Aktienboom. Bis 1909 gab es in Deutschland bereits über 5.000 Aktiengesellschaften und mittlerweile konnten auch kleinere Unternehmen zu Aktiengesellschaften werden. Die Aktiengesellschaft als Rechtsform wurde von diesem Zeitpunkt an endgültig anerkannt.

Was zeichnet eine Aktie aus?

Ganz simpel gesprochen sind Aktien frei handelbare Unternehmensbeteiligungen.
Daraus folgt, dass dem Investor nach dem Erwerb einer Aktie ein Teil des Unternehmens gehört. Eine Aktie ist daher nicht bloß ein fiktiver Wert, sondern hinter einer Aktie steht immer ein realer Wert in Form des Unternehmens.

Diese Unternehmensanteile werden im Regelfall über Börsen frei gehandelt. Dabei entscheidet das Prinzip von Angebot und Nachfrage über den Preis eines Anteils. Dieser Preis wird als Aktienkurs bezeichnet. Die historische Aufzeichnung der vergangenen Aktienkurse wird in Charts vorgenommen.

Da man als Aktionär Besitzer des Unternehmens ist, hat man auch das Recht seine Meinung zu äußern und auf der Hauptversammlung zu sprechen. Natürlich ist der Anteil, den man als Privatinvestor an großen Aktiengesellschaften besitzen kann verschwindend gering und somit ist auch der Einfluss, den man auf das operative Geschäft haben kann im Normalfall gleich null.

Warum gibt es überhaupt Aktiengesellschaften?

Der wohl wichtigste Grund weswegen Unternehmen an die Börse gehen und die Gesellschaftsform der AG annehmen ist die Kapitalbeschaffung. In den meisten Fällen haben Menschen mit einer genialen Idee oder einem tollen Geschäftsmodell, mit dem sich viel Geld verdienen lassen würde, nicht die finanziellen Mittel dieses Geschäft aufzubauen. Vor allem zu Beginn einer jeden Unternehmung machen die meisten Unternehmen erst einmal Verluste und brauchen daher ein Grundkapital um rentabel zu werden.
Es gibt dann zwei Möglichkeiten für den Unternehmer. Entweder geht er zur Bank und nimmt sich einen Kredit oder er geht an die Börse und verkauft einen Teil seines Unternehmens, inklusive der Geschäftsidee, an externe Geldgeber.

Falls der Unternehmer sich bei der Bank einen Kredit nimmt, gehört dem Unternehmer zwar weiterhin sein gesamtes Geschäft, aber sein Risiko, falls die Unternehmung scheitert, ist enorm hoch, da er sich verschuldet hat und diese Schulden zurückzahlen muss. Vollkommen unabhängig davon, ob er Geld mit seiner Geschäftsidee verdient oder nicht.

In dem Fall, dass der Unternehmer eine AG gründet und Anteile an Investoren verkauft mindert er sein Risiko. Der Unternehmer nimmt keine Schulden bei den Investoren auf, da diese ihm ja für das Geld ein Stück des Unternehmens abkaufen. Somit muss der Unternehmer auch beim eventuellen Scheitern seiner Unternehmung keine Schulden zurückzahlen. Dafür gehört dem Unternehmer aber auch nicht mehr das ganze Unternehmen und im Erfolgsfall verdient er entsprechend weniger.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass der Sinn von Aktien darin liegt, dass Unternehmen sich von Investoren Kapital beschaffen können, ohne sich dabei zu verschulden.

Wie verdienen Aktionäre Geld mit Aktien?

Es gibt zwei Wege, über welche Aktionäre mit Aktien Geld verdienen können. Zum einen über Kursgewinne und zum anderen beteiligen viele Unternehmen ihre Aktionäre an den Gewinnen. Dies geschieht durch Dividenden und Aktienrückkäufe.

Wie im letzten Abschnitt schon beschrieben, bildet sich der Kurs einer Aktie immer über das Modell von Angebot und Nachfrage. Je mehr Nachfrage herrscht und je knapper das Angebot ist, desto höher steigt der Kurs. Einfach gesprochen bedeutet dies, dass wenn es mehr Verkäufer als Käufer gibt, fällt der Kurs. Möchten mehr Leute kaufen als verkaufen, dann steigt der Kurs. Das Ziel beim Aktienhandel ist es also, möglichst Aktien zu finden, die in Zukunft mehr Leute kaufen möchten als verkaufen. Dann steigt der Aktienkurs und man selber kann davon profitieren.

Gründe, warum Leute kaufen oder verkaufen wollen, gibt es unzählige. Viele „Börsenprofis“ versuchen zu erklären, dass es immer den einen Grund gibt, warum eine bestimmte Aktie oder ein bestimmter Markt fällt. Ich bin der Meinung, dass dies gar nicht möglich ist. Es gibt Millionen von Aktionären und jeder denkt anders, da ist es meiner Meinung nach nicht möglich einen gemeinsamen Grund zu bestimmen.
Meiner Meinung nach ist es vor allem wichtig zu unterscheiden, ob die Mehrheit der Gründe für eine Kauf- bzw. Verkaufsentscheidung Unternehmensspezifisch sind oder vom ob sie Gesamtmarkt abhängen.

Bei Dividendenzahlungen schüttet das Unternehmen einen Geldbetrag an seine Aktionäre aus. Zu einem bestimmten Stichtag bekommt also jeder Aktionär pro Aktie in seinem Besitz einen bestimmten Geldbetrag ausgezahlt. Man muss jedoch beachten, dass der entsprechende Betrag an dem Stichtag auch vom Aktienkurs abgezogen wird. Die einfache Erklärung, für das Abziehen der Dividende vom Aktienkurs ist, dass Geld ohne Gegenleistung aus dem Unternehmen fließt, und damit das Unternehmen genau um diesen Betrag auch weniger wert wird. Daher ist es logisch diesen Wertverlust auch im Aktienkurs automatisch mit zu Berücksichtigen.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel:
Der aktuelle Kurs steht bei 100€ und das Unternehmen möchte 2€ Dividende pro Aktie ausschütten. Wenn ich nun 10 Aktien besitze, bekomme ich insgesamt eine Dividende von 10 * 2€ = 20€. Gleichzeitig wird der Kurs am Stichtag jedoch nicht bei 100€ eröffnen, sondern von diesem werden 2€ abgezogen, sodass der Aktienkurs nur noch bei 98€ steht. Dadurch machen meine 10 Aktien einen Kursverlust von ebenfalls 20€.
Im Endeffekt habe ich als Aktionär also durch die Dividende weder Gewinn noch Verlust gemacht, das Unternehmen hat lediglich einen Teil seines Geldes an mich ausgeschüttet. Dadurch kann ich jetzt frei über das Geld verfügen und kann es so verwenden, wie ich es möchte. Vorher hat mir das Geld auch schon gehört, da mir ja die entsprechenden Anteile am Unternehmen gehören, aber das Geld wurde durch das Unternehmen verwaltet und ich konnte nicht frei darüber verfügen.

Eine weitere Maßnahme, mit welcher Kapital vom Unternehmen zu den Aktionären zurückfließt, sind Aktienrückkäufe. Dabei kauft das Unternehmen seine eigenen Aktien auf und „vernichtet“ diese Aktien anschließend. Da der Kurs einer Aktie immer von Angebot und Nachfrage abhängt, sorgt eine Verknappung des Angebots, also in diesem Fall weniger Aktien an der Börse, immer für einen steigenden Preis.

Ein Beispiel:
Ein Unternehmen wird an der Börse mit 1.000€ bewertet und das Unternehmen hat 100 Aktien herausgegeben. Somit ist jede Aktie 10€ wert. Nun geht das Unternehmen im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms hin und kauft für 200€ Aktien auf. Daraus folgt, dass nur noch 80 Aktien existieren. Da das Unternehmen trotzdem noch mit 1.000€ an der Börse bewertet wird, sind diese Aktien nun aber 12,5€ wert. Der Aktienkurs ist somit um 25% gestiegen und das, obwohl das Unternehmen im gesamten genauso viel wert ist wie vor dem Aktienrückkaufprogramm.

Das Wichtigste

Zusammenfassend kann man sagen, dass man sich mit dem Erwerb einer Aktie an einem Unternehmen direkt beteiligt. Handeln kann man Aktien an der Börse. Dabei richtet sich der Preis einer Aktie, also der Kurs, nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Als Aktionär kann man entweder über Kursgewinne, Dividenden oder Aktienrückkäufe Geld verdienen.
Theoretisch hat jeder Aktionär ein Mitspracherecht und kann von diesem auf der jährlich stattfindenden Hauptversammlung Gebrauch machen. In der Praxis können einzelne Privatanleger aufgrund ihres enorm geringen Anteils am Unternehmen jedoch kaum Einfluss nehmen.

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